Noch ein Regionalkrimi?

„Steirisch Sterben“ war nicht meine erste Wahl für den Titel. Während des Schreibens hieß das Buch „Entblättert“. Es war die Idee meines Verlegers, den regionalen Bezug schon im Titel herauszustreichen, damit er besser in sein Portfolio von Regionalkrimis passte. Es wäre verlockend zu behaupten, dass ich eigentlich gar keinen Regionalkrimi schreiben wollte und die Geschichte nur zufällig in Murau spielt. Aber das ist nicht ganz wahr. Ich suchte für mein erstes Buchprojekt einen Rahmen, eine überschaubare Struktur, die ich nur mehr auszufüllen brauchte. Zudem wollte ich für den Anfang ein Milieu, in dem ich mich auskannte: „Schreib über das, was du kennst“ – das schien mir für mein erstes längeres Belletristik-Projekt eine einleuchtende Direktive.

Ein Kriminalroman hat eine überschaubare Struktur, dachte ich. Da gibt es einen Mord am Anfang, eine Lösung am Ende und man braucht nur noch die Seiten dazwischen irgendwie zu füllen. In der Tat waren der erste Absatz und der Showdown in meinem Kopf schon fast fertig formuliert, als ich die erste Rohfassung schrieb. Aber wie komme ich möglichst elegant ich von einem zum anderen? Das war eine Aufgabe, die sich als mühevoller und frustrationsreicher Prozess erwies, eine Reise voller Entmutigungen und Rückschlägen.

Dass ich Murau als Handlungsort wählte, stellte sich als gute Wahl heraus. Ich verbrachte zwölf Jahre meiner Kindheit und Jugend in Murau und hatte somit eine Fülle von Erfahrungen, aus denen ich schöpfen konnte. Der Ort im Buch ist aber nicht das real exisitierende Murau mit seiner friedlichen, freundlichen und überaus sympathischen Bevölkerung (das möchte ich hier ausdrücklich festhalten) – es ist ein Murau, das sich in meinem Kopf gestalten hat, genährt aus Kindheitserinnerungen, Halbschlaf-Fantasien und den Eindrücken meiner immer seltener werdenden Besuche. Die Geografie behandelte ich großzügig. Nicht jedes Kaffeehaus in dem sich die Helden und Heldinnen treffen, nicht jeder Berg, den meine Hauptfigur erklimmt, nicht jeder Bauernhof, dem sie einen Besuch abstattet, gibt es wirklich so wie beschrieben. Aber es gibt zu jedem Handlungsort ein Vorbild, wenn auch nicht unbedingt am selben Ort und mit demselben Namen.

An dieser Stelle möchte ich meiner Freundin Daniela Lipka für die äußerst kritische Durchsicht des Manuskripts und ihre zahlreichen Anregungen danken. Es ist ihr Verdienst, dass zahlreiche schlechte Ideen und holprige Textpassagen im Papierkorb landeten. Ich danke meinem Verleger Wolfgang Mayr und dem Verlag federfrei für die unkomplizierte Zusammenarbeit und entschuldige mich bei der Bevölkerung der Stadt Murau dafür, dass ich ihre Heimat zu einem Schauplatz blutiger Verbrechen erwählt habe.

Übrigens: Die Handlung und die Personen meines Romans sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen, jede Parallele zu irgendwelchen Ereignissen in Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft sind völlig zufällig und entstammen ausschließlich der angeregten Fantasie der Leserin oder des Lesers.

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